Nicht ohne mein Tablet

Wertvolles Arbeitsgerät im logopädischen Alltag

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Neben den Therapien mit den Logo-Kindern, dem Vorbereiten der Lektionen und den Gesprächen mit den Bezugspersonen erledigen wir Logopädinnen viel Papierkram. Mir scheint, dass dieser Aufwand in den letzten Jahren stark zugenommen hat:

  • Anträge für die Finanzierung von Therapien schreiben
  • Formulare nach Abklärungen ausfüllen
  • Therapieziele festlegen und notieren
  • Schlussberichte verfassen
  • Jahresstatistik für den Kanton erstellen
  • Jahresbericht für die Gemeinde schreiben
  • und noch vieles mehr…

Ich mag weiterhin mit Freuden Logopädin sein und entschloss ich mich, im administrativen Bereich effizienter zu werden. Als technische Lösung empfahl mir mein Mann ein handlicher Tablet-Computer mit wegnehmbarer Tastatur (Surface Pro 3). Dieses kann mit einem digitalen Stift verwendet werden und ist v. a. auf den Bürobereich spezialisiert. Nach eineinhalb Jahren Praxistest stelle ich meine Erfahrungen vor.

Vorteile:

  • Für die einzelnen Kinder erstelle ich digitale Dossiers mit oneNotes.
  • Mit dem Stift kann ich meine Beobachtungen während den Therapien direkt ins, im Computer eingescannte, Vorbereitungsblatt eintragen. Diskret und schnell, als wäre es Papier.
  • Protokolle von Tests werden eingescannt. So sind alle Unterlagen zum Kind im PC gespeichert.
  • Film- oder Audioaufnahmen erstelle ich direkt mit dem Laptop. Dies geschieht diskret und die Dateien sind jederzeit abhörbar.
  • Einbezug von Lernsoftware und Apps wird einfach möglich.
  • Jederzeit erhält man Zugriff auf Vorbereitungen, Journals und Berichte.
  • Das Berichte schreiben wird effizienter.
    Zeitersparnis, weil ich verschiedene Einträge für einen Bericht oder ein Mail wieder verwenden kann, ohne dass ich Ähnliches mehrfach schreiben muss.
  • Schwere Dossiers schleppen erübrigt sich.

Nachteile:

  • Zu Beginn stellt ein Tablet eine grössere Ablenkung des Kindes während den Therapien dar. Viele Kinder sind fasziniert vom Stift und wollen sofort auf dem Bildschirm malen und schreiben. Dies kann für therapeutische Zwecke genutzt werden und die anfängliche Neugier legt sich schnell wieder.
  • Starke Abhängigkeit vom Computer bei Stromausfällen oder Störungen des Gerätes. In diesen Fällen wäre man aufgeschmissen. Zum Glück blieb mir dies erspart.
    Regelmässige Sicherung auf einem anderen Medium erspart böses Erwachen.
  • Beim Abschluss eines Dossiers müssen viele Dokumente fürs Archiv ausgedruckt werden, was ein Mehraufwand bedeutet.
  • Ein weiteres elektronisches Gerät in unserem Alltag und die Frage, wie lange es seine Dienste tut, bis man ein neues anschaffen muss.

Trotzdem hilft mir das elektronische Hilfsmittel effizient und strukturiert zu arbeiten. Ich empfehle ihn technologisch aufgeschlossenen Logopädinnen, die zu Beginn einen Mehraufwand in Kauf nehmen, um mit dem neuen Medium vertraut zu werden.

Was sind eure Erfahrungen mit Tablets und Co. im logopädischen Alltag?

Caroline Beyer

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